Gemeinsam Perspektiven findenEin Arbeitsunfall kommt meist ohne Vorwarnung. Ein falscher Handgriff, ein Sturz, eine Diagnose – plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Auch eine Berufskrankheit kann das Leben auf den Kopf stellen. In solchen Situationen tritt die Reha-Abteilung der BG ETEM auf den Plan. Sie koordiniert, organisiert und begleitet die Versicherten – vom Schreibtisch aus und vor Ort.https://etem.bgetem.de/4.2026/titelstories/gemeinsam-eine-perspektive-findenhttps://etem.bgetem.de/@@site-logo/etem.svg
Rehabilitation
Gemeinsam Perspektiven finden
Ein Arbeitsunfall kommt meist ohne Vorwarnung. Ein falscher Handgriff, ein Sturz, eine Diagnose – plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Auch eine Berufskrankheit kann das Leben auf den Kopf stellen. In solchen Situationen tritt die Reha-Abteilung der BG ETEM auf den Plan. Sie koordiniert, organisiert und begleitet die Versicherten – vom Schreibtisch aus und vor Ort.
Reha-Manager wie Henrik Strohmann koordinieren die Rehabilitation von Anfang an – und sind persönlich vor Ort bei Versicherten, in Kliniken und in Betrieben.
Besteht der Verdacht einer Berufskrankheit oder hat sich ein Arbeits- oder Wegeunfall ereignet, kommt die Abteilung Rehabilitation der BG ETEM ins Spiel. Sie steuert im Versicherungsfall die Heilbehandlung. „Das beinhaltet auch Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur sozialen Teilhabe. Dazu kommen Geldleistungen wie das Verletztengeld, Übergangs- und Pflegegeld sowie Rentenleistungen“, sagt Stephanie Kotapski. Sie leitet in Köln ein Team im Ressort Arbeitsunfall.
Sachbearbeiterin Annika Burtscheidt, Reha-Manager Henrik Strohmann, Sachbearbeiterin Saskia Pohl und Teamleiterin Stephanie Kotapski (von links).
Die Abteilung Rehabilitation verteilt sich bundesweit auf vier Regionaldirektionen und sieben Geschäftsstellen der BG ETEM, 575 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen die Versicherten. Der jeweils zuständige Innendienst setzt im Versicherungsfall alles in Gang, damit die Versicherten optimal versorgt werden. „Vielen Versicherten ist vor dem Ernstfall überhaupt nicht klar, wie umfassend die BG ETEM sie unterstützt“, sagt Kotapski. Die Kölner Sachbearbeiterin Annika Burtscheidt kümmert sich vom Schreibtisch aus um Menschen, die beruflich bedingt erkrankt sind – oder bei denen der Verdacht besteht. „Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Vorgänge zu prüfen, zu organisieren und anzustoßen“, sagt sie.
Konkret bedeutet das: Burtscheidt und ihre Kolleginnen und Kollegen organisieren unter anderem Reha-Maßnahmen für Erkrankte und Verletzte, steuern das Heilverfahren und berechnen Geldleistungen. Zu den weiteren Aufgaben der Sachbearbeiterinnen gehört der Anerkennungsprozess von Berufskrankheiten. Das beinhaltet häufig komplexe Ermittlungsarbeit, weil sich viele Erkrankungen über Jahre oder Jahrzehnte hinweg entwickeln.
Mit allen geeigneten Mitteln
„Die Reha-Abteilung organisiert nicht nur Abläufe. Sie begleitet Menschen auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.“ Stephanie Kotapski, Teamleiterin im Ressort Arbeitsunfall
Je schwerer ein Versicherungsfall, desto intensiver die Betreuung. Henrik Strohmann ist Reha-Manager. Er betreut Versicherte nach Unfällen persönlich, begleitet den gesamten Genesungs- und Wiedereingliederungsprozess. Für ihn ist das der beste Job der Welt: „Wir koordinieren alles, was für die Rehabilitation nötig ist. Wir fahren raus, sprechen mit den Versicherten, Ärztinnen und Ärzten sowie den Unternehmen.“ Häufig beginnt die Vor-Ort-Betreuung der Versicherten durch das Reha-Management bereits mit einem Erstbesuch im Krankenhaus. „Wir nehmen so früh wie möglich Kontakt auf“, erzählt Strohmann.
In gemeinsamen Gesprächen werden die weiteren Schritte der Wiedereingliederung festgelegt. Dabei gilt es immer, die gesamte Lebenssituation des oder der Versicherten zu berücksichtigen. „Im direkten Kontakt prüfen wir fortlaufend, was konkret benötigt wird. Dann finden wir individuelle Lösungen, die vom Innendienst realisiert werden“, sagt der Reha-Manager. Zu diesen Lösungen kann beispielsweise eine mögliche Anpassung der Wohnsituation oder des Arbeitsplatzes gehören sowie der behindertengerechte Umbau eines Fahrzeugs. „Die mögliche Leistungspalette ist immens“, sagt Strohmann.
Haftungsablösung
Alle Leistungen der BG ETEM finanzieren ausschließlich die Mitgliedsunternehmen. Im Gegenzug löst sie die Haftpflicht der Unternehmen für die gesundheitlichen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten ab.
Wenn die Betreuung weitergeht
Die Sachbearbeiterinnen Saskia Pohl (links) und Annika Burtscheidt ermitteln in der Frage, ob eine Berufskrankheit vorliegt. Das erfordert häufig komplexe Recherchen.
Bei besonders schweren Reha-Fällen schließt sich eine nachgehende Betreuung an. Das betrifft vor allem Versicherte mit schweren dauerhaften Einschränkungen – etwa ab einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 80 Prozent. Diese Versicherten werden regelmäßig weiter begleitet. „In der Regel besuchen wir sie einmal im Jahr“, erklärt Strohmann. „Manchmal fahren wir 20 Jahre lang immer wieder zu denselben Menschen. Wir schauen, ob die Versorgung noch passt – etwa bei Pflege, Hilfsmitteln oder im Alltag.“ Die Mitglieder des Reha-Management-Teams erleben während der Begleitung persönliche Schicksale, begleiten schwierige Lebenssituationen und müssen gleichzeitig sachlich entscheiden. Gerade diese Kombination aus fachlicher Kompetenz und menschlichem Gespür macht die Arbeit aus Sicht von Strohmann besonders. Ein Vorteil aus Sicht der Versicherten: Sie haben eine feste Ansprechperson, die sie persönlich kennen. Das schafft gerade in Krisensituationen Orientierung und Vertrauen.
So hilft die BG ETEM
Versicherte haben im Versicherungsfall Anspruch auf Heilbehandlung. Das beinhaltet Leistungen zur medizinischen Rehabilitation sowie zur Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft. Darüber hinaus werden auch Entschädigungsleistungen erbracht. Dazu zählen das Verletztengeld, Übergangs- und Pflegegeld sowie Rentenleistungen.
Weiterhin ein enger Begleiter
„Ein Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit sind ein massiver Einschnitt ins Leben. Wir versuchen, ihn bestmöglich abzufedern.“ Saskia Pohl, Sachbearbeiterin Berufskrankheiten
Auch wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Reha-Innendienst deutlich weniger Kundenkontakt haben, ist die tägliche Arbeit für Strohmann nur als große Teamleistung denkbar. „In den Büros unserer Standorte werden dermaßen viele Anträge, Sachverhalte und Dokumente geprüft, bearbeitet und auf den Weg gebracht. Das ist das Fundament, um im Außendienst etwas erreichen zu können“, betont er. Teamleiterin Stephanie Kotapski ergänzt: „Mit unserer Arbeit können wir etwas bewirken und Menschen helfen. Das ist ein großes Privileg für uns alle.“ Die Abteilung Rehabilitation entwickelt sich kontinuierlich weiter. Digitale Angebote wie das Serviceportal Meine BG ETEM machen Prozesse schneller und effizienter. Unverändert bleibt jedoch der enge persönliche Einsatz für Versicherte – mit dem Ziel, ihnen ein selbstbestimmtes Leben und möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen. Oft über Monate. Nicht selten über Jahre. Mitunter über Jahrzehnte.
Ingmar Böke
→ info
So hilft die BG ETEM: www.bgetem.de, Webcode: 11211111
Mehr Informationen zum Reha-Management: www.bgetem.de, Webcode: 17718715
Das Serviceportal Meine BG ETEM unterstützt Mitgliedsbetriebe bereits bei zahlreichen Anliegen rund um ihre Berufsgenossenschaft. Neu im Online-Portal sind nun Angebote der Abteilung Rehabilitation. Sie richten sich an Versicherte, die einen Unfall hatten oder berufsbedingt erkrankt sind.
Auf dem Weg zur Arbeit gerät Stefanie Schnee im Jahr 2019 unverschuldet in einen Verkehrsunfall, wird lebensgefährlich verletzt. Sie kämpft sich zurück ins Leben und in den Beruf – mit viel Unterstützung ihres Arbeitgebers Werma Signaltechnik und der BG ETEM. Ihr neuer Arbeitsalltag ist an ihre Bedürfnisse angepasst.
Während seiner Ausbildung als Elektriker stürzte Serhat Yüksel von einer Leiter. Seitdem ist er querschnittgelähmt. Den Wiedereinstieg in seinen Ausbildungsbetrieb hat er trotzdem geschafft. Wie das gelang – und wie Yüksels neuer Arbeitsalltag aussieht.
Im Bruchteil weniger Sekunden veränderte sich das Leben von Sergen Sökmez. Bei einem Arbeitsunfall verlor er seine rechte Hand. Jetzt startet er wieder durch – dank der Unterstützung seines Chefs und der BG ETEM.
Diesen Beitrag teilen