Die Ladefläche ist befüllt, der Spanngurt sitzt. Dann ein Ruck – und die Kiste kippt nach vorn. „In der Realität hätte das übel ausgehen können“, sagt Leon Seib. Der Mechatronik-Azubi von Becton Dickinson Rowa Germany (BD Rowa) am Standort Kelberg in der Eifel steht mit mehreren Kollegen an einem Übungsmodell zur Ladungssicherung, das die Ladefläche eines kleinen Fahrzeugs simuliert. Gemeinsam prüfen sie den Ladebereich, ziehen nach und sichern neu. „Besser. Viel besser!“, sagt Übungsleiter Lutz Pfennig vom externen Dienstleister Projektservice Schwan. Er bespricht mit der Gruppe, worauf es beim Beladen und Entladen von Fahrzeugen ankommt, beobachtet die Probeläufe und teilt praktische Tipps. Er betont: „Ein Thema wie Ladungssicherung ist für alle relevant – ob beruflich oder privat. Im Idealfall können sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwas lernen.“
Prävention als tägliche Aufgabe
Es ist viel los auf dem Werksgelände von BD Rowa in Kelberg: Eine Woche lang kommen Beschäftigte gruppenweise zur „Safety Week“, die das Unternehmen dort veranstaltet. Das Ziel: Theoretisches und praktisches Wissen zu Arbeits- und Gesundheitsschutz vermitteln. In den Produktionshallen sind Praxisstationen wie die zur Ladungssicherung aufgebaut, in der Kantine steht gesunde Ernährung auf der Agenda. Flankiert wird das Angebot der Safety Week durch Vorträge, Erste-Hilfe-Kurse, ein Beweglichkeits-Screening und mehr. „Das Programm soll möglichst viele Beschäftigte ansprechen – vom Produktionsbereich bis zur Verwaltung, von Auszubildenden bis zu langjährigen Monteurinnen und Monteuren“, sagt Hermann Sicken. Er ist Fachkraft für Arbeitssicherheit bei BD Rowa und gehört zum Organisationsteam der Aktionswoche.
So lief die Safety Week bei BD Rowa
Viele Aha-Effekte
Der Parcours macht diese Unterschiede greifbar – und schärft das Bewusstsein für scheinbar kleine Risiken. Weitere Stationen der BG ETEM behandeln unter anderem die Themen Handlauf, Leitern und Sicherheitsschuhe. „Es gibt immer wieder Aha-Effekte“, sagt Tobias Junk. Die Fachkraft für Lagerlogistik nennt als Beispiel ein Aktionsmedium, das die Kräfte misst, die bei einem Sprung – beispielsweise von einer Laderampe – auf den Körper wirken. „Die Waage zeigte mehrere Hundert Kilo. Mir war nicht bewusst, dass die Belastung der Gelenke bei einem solchen Sprung das Zwei- bis Vierfache des Körpergewichts beträgt. So etwas bleibt hängen“, sagt Junk. Genau das hatte sich das Orga-Team von BD Rowa erhofft.
Becton Dickinson Rowa Germany
- 1996 als Rowa Automatisierungssysteme GmbH gegründet
- seit 2015 Teil des Medizintechnikkonzerns Becton Dickinson (BD)
- Geschäftsfeld: automatisierte Warenlager für Apotheken und Krankenhäuser
- Standort Kelberg: rund 550 Beschäftigte
Ein breites Angebot
Bei einer Safety Week wie dieser zeigt sich aber, wie wertvoll unsere Aktionsmedien ergänzen. Sie schließen die Lücke zwischen Theorie und der alltäglichen Praxis.“ Die meisten Aktionsmedien werden per Versand leihweise zur Verfügung gestellt und müssen durch eine verantwortliche Person im Mitgliedsunternehmen betreut werden. In diesem Fall übernimmt die BG ETEM die Kosten für den Versand und die Abholung in vollem Umfang. Einige der Aktionsmedien stammen jedoch von externen Dienstleistern. In diesen Fällen beteiligt sich die BG ETEM anteilig an den Kosten.
Erhöht die Attraktivität
Bei BD Rowa zeigt man sich zufrieden mit der Safety Week. Hermann Sicken möchte die Aktionsmedien der BG ETEM auch künftig gezielt nutzen, um Beschäftigte zu schulen. Standortleiter Michael Werle freut sich ebenfalls über den Verlauf der Aktionswoche: „Für mich sind Gesundheits- und Arbeitsschutz ganz wichtig für die Attraktivität eines Arbeitgebers. Die Safety Week unterstreicht, dass wir auf unsere Beschäftigten achten.“ Er freue sich auf eine Neuauflage.
Drei Fragen zu ... Ladungssicherung
Eine Kombination aus kraftschlüssiger und formschlüssiger Ladungssicherung. Beim Kraftschluss wird die Ladung mithilfe von Zurrgurten oder ähnlichen Hilfsmitteln auf die Ladefläche gepresst. Beim Formschluss wird das Ladegut durch feste Begrenzungen gesichert. Typisch ist beispielsweise das dichte Verstauen an der Stirnwand des Fahrzeugs oder das Sichern durch Rungen, Seitenwände oder Sperrbalken. Wichtig ist: Die Ladung muss in alle Richtungen gegen Verrutschen gesichert sein. Wie wichtig ist die Sauberkeit der Ladefläche? Sehr wichtig! Sand, Kies, Schnee und Eis oder andere Verschmutzungen reduzieren die Reibung zwischen der Ladefläche und dem Ladegut. Die Ladefläche sollte trocken und sauber sein. Am besten wird sie trocken abgekehrt. Fettige oder nasse Reinigungsmittel sollten vermieden werden. Feuchtigkeit verringert die Reibung erheblich und erhöht das Risiko, dass die Ladung verrutscht. Was wird besonders häufig unterschätzt? Jeder bewegliche Gegenstand in einem Fahrzeug kann bei einer abrupten Bremsung oder einem Unfall zum unkontrollierbaren Geschoss werden. Auch Objekte, die sich im Fahrerraum befinden, zum Beispiel Mobiltelefone oder Wasserflaschen, müssen sicher verstaut werden. |
Ingmar Böke
→ info
- Aktionsmedien-Verleih der BG ETEM: www.aktionsmedien-bgetem.de
- Infos zu Unterweisungen: www.bgetem.de, Webcode: 15547993
- Podcast Ladungssicherung: www.bgetem.de, Webcode: 24584029
- Seminare und Workshops zur Ladungssicherung: www.bgetem.de, Webcode: 17234504
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