Laptop mit der Startseite des Online-Tools zur Erfassung psychischer Belastung

Psychische Belastung gehört zum Arbeitsalltag vieler Beschäftigter: Zeitdruck, ständige Erreichbarkeit, komplexe Arbeitsprozesse oder unklare Rollenverteilungen können sich auf die Gesundheit auswirken. Über alle Branchen hinweg ist zudem ein Anstieg der Arbeitsintensität zu beobachten. Für Unternehmen bedeutet das: Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung wird noch wichtiger. 

Dabei geht es nicht um die individuelle Belastbarkeit einzelner Beschäftigter, sondern um die Analyse äußerer Einflüsse und Arbeitsbedingungen. Ziel ist es, diese so zu gestalten, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen gar nicht erst entstehen.

Typische Einflussfaktoren sind beispielsweise:

  • Arbeitsintensität und Zeitdruck
  • Handlungsspielraum und Einflussmöglichkeiten
  • soziale Beziehungen im Team
  • Führung und Organisation
  • Arbeitsumgebung und Arbeitsmittel

Richtig umgesetzt bietet die Gefährdungsbeurteilung eine große Chance, Arbeitsprozesse zu verbessern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu motivieren und Ausfallzeiten zu reduzieren. 

Schritt für Schritt

Das neue BG ETEM-Tool zur Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung führt Unternehmen praxisnah und strukturiert durch den gesamten Prozess – von der ersten Einschätzung bis zur Umsetzung konkreter Maßnahmen, ihrer Dokumentation und der Überprüfung der Wirksamkeit. Es unterstützt besonders kleine und mittlere Betriebe, die häufig keine eigenen Ressourcen für komplexe Verfahren haben. 

Modular und individualisierbar

Das neue Online-Tool ist ab sofort unter der Internet-Adresse gbpb-neu.bgetem.de zu erreichen und bietet zahlreiche neue Funktionen, verbesserte Möglichkeiten zur Individualisierung sowie eine komfortablere Bedienung.

  • Die Befragung erfolgt mithilfe GDA-konformer, rechtssicherer Fragebögen
  • Betriebe können die Befragung modular zusammenstellen und leichter eigene Zusatzfragen hinzufügen.
  • Die Befragungen lassen sich in größerer Tiefe auswerten und die Ergebnisse als PDF-Datei ausgeben (keine Auswertung bei Gruppengröße unter 5 Personen).
  • Die Dokumentation von Maßnahmen kann direkt im Tool erfolgen.
  • Wiederholungsbefragungen lassen sich leichter durchführen.
  • Die Möglichkeit, Befragungen zu kopieren, spart Zeit und Aufwand.

So geht es mit dem alten Tool weiter

Das alte Tool erlaubt bis Oktober 2026 noch, neue Befragungen anzulegen. Ende des Jahres erfolgt die automatische Überführung der Nutzerdaten auf das neue Tool und die Abschaltung. Die Unterstützung des Kurzfragebogens zur Arbeitszeitanalyse (KFzA) im neuen System ist noch bis 2028 gewährleistet.

Konkrete Hilfe für Unternehmen

Die BG ETEM unterstützt Betriebe über die Fragebögen hinaus, zum Beispiel mit Lösungsworkshops. Die daraus gewonnenen Ideen und deren Umsetzung lassen sich wiederum im Online-Tool dokumentieren. Ein Kontakt zu den Arbeitspsychologen im Außendienst der BG ETEM ist jederzeit möglich, bereits vom ersten Interesse an. Die stehen beispielsweise auch für Workshops zur Wirksamkeit zur Seite, um zu verhindern, dass nach einem Lösungsworkshop die Ergebnisse aus der Befragung beziehungsweise die Umsetzung der Maßnahmen verpuffen. Die Angebote sind bereits mit dem Mitgliedsbeitrag der Unternehmen abgegolten.

Beteiligung als Schlüssel zum Erfolg

Ein zentrales Prinzip der Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung ist die Einbindung der Beschäftigten. Sie kennen ihre Arbeitsbedingungen am genauesten und liefern wertvolle Hinweise, wo Belastungen und Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.

Stephan Kuhn