Seitlicher Blick in den Sitzungssaal mit der Vertreterversammlung, die mittels Heben eines Zettels eine Abstimmung durchführt
Demokratische Abstimmungen sind Teil jeder Sitzung der Vertreterversammlung.

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten über Bürokratieabbau betonte Hans-Peter Kern, alternierender Vorstandsvorsitzender, den Wert der Selbstverwaltung und deren Offenheit für einen konstruktiven Dialog mit der Politik.

Hans-Peter Kern, Vorstandsvorsitzender der BGETEM
Hans-Peter Kern: „Wir müssen sichtbar sein und uns in die Diskussion einbringen.“
Die Selbstverwaltung müsse sichtbar sein und sich aktiv in die Diskussion einbringen. „Wir möchten, dass mit uns geredet wird – nicht über uns“, sagte Kern. „Die gesetzliche Unfallversicherung hat sich immer von innen heraus weiterentwickelt, getragen durch eine starke Selbstverwaltung“, bekräftigte Jörg Botti, Hauptgeschäftsführer der BG ETEM. Die gesetzliche Unfallversicherung sei zukunftsfähig. „Und selbstverständlich wird stets geprüft, ob eine Vorschrift im Arbeitsschutz verhältnismäßig und geeignet ist“, so Botti.

Modern und digital

Ziel der BG ETEM ist es seit jeher, Arbeitsschutz für Unternehmen so unkompliziert wie möglich umsetzbar zu machen und Digitalisierungs- und Modernisierungsprozesse eigeninitiativ voranzutreiben. Ein zentrales Fokusprojekt ist aktuell das Online-Serviceportal „Meine BG ETEM“, das Unternehmen ein digitales Serviceangebot rund um ihre Mitgliedschaft bieten soll. Künftig können Betriebe zudem einen digitalen Assistenten nutzen, um Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen. Weitere Präventionsinhalte kommen sukzessive hinzu.


Haushalt beschlossen

Die Vertreterversammlung stellte in Köln auch den Haushalt für das Jahr 2026 fest. Für das Gesamtjahr rechnet die BG ETEM mit Ausgaben in Höhe von 1,743 Milliarden Euro. Das sind 2,4 Prozent mehr als 2025.

Jörg Botti, Hauptgeschäftsführer der BG ETEM
Jörg Botti: „Die gesetzliche Unfallversicherung hat sich immer von innen heraus weiterentwickelt, getragen durch eine starke Selbstverwaltung.“
Für die Rehabilitation und die Entschädigung von Verletzten und Erkrankten nach Arbeitsunfällen, Unfällen auf dem Arbeitsweg und bei Berufskrankheiten sind insgesamt 1,121 Milliarden Euro veranschlagt. Davon sind allein 642 Millionen Euro für die Zahlung von Renten und Abfindungen vorgesehen. Rentenzahlungen stellen die größte Einzelposition im Haushalt da. Weitere 179 Millionen Euro investiert die BG in Prävention.

Sinkende Unfallzahlen

Langfristiges Ziel bleibt die finanzielle Stabilität. Sinkende Unfallzahlen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete die BG ETEM einen Rückgang der meldepflichtigen Arbeitsunfälle um gut vier Prozent. Weiter steigend sind hingegen die Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit. Von Januar bis November 2025 gingen mehr als 6.000 Verdachtsanzeigen ein. Das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gezielte Präventionsarbeit, wie die BG ETEM und andere Träger der Unfallversicherung sie betreiben, bleibt also wichtig. 

Annika Pabst