Illustration einer Hand, die ein Smartphone hält; auf dem Display ist zu lesen: Sicher arbeiten mit KI – worauf es ankommt. Der Begriff KI ist deutlich größer als der Rest des Textes.
KI im Arbeitsschutz kann ein praktisches Hilfsmittel sein – wenn man die Limitierungen beachtet.

Tools wie ChatGPT und Copilot sind in vielen Unternehmen längst nicht mehr aus dem Arbeitsalltag wegzudenken. Nie war es so einfach, erste Informationen einzuholen oder Texte zu strukturieren. Auch im Arbeitsschutz setzen immer mehr Firmen auf KI – etwa bei der Vorbereitung von Gefährdungsbeurteilungen oder bei Fragen zu Schutzmaßnahmen. Die BG ETEM sieht in der Entwicklung von KI eine große Chance, die es zu nutzen gilt. Kritisch wird es jedoch, wenn Antworten als „fertige Lösung“ verstanden werden, ohne dass eine fachliche Prüfung erfolgt.

Zielgerichtet prompten

Je konkreter eine Frage an die KI formuliert ist, desto brauchbarer fällt die Antwort oft aus. Dass man sich nicht allein auf die Antwort der KI verlassen kann, zeigen zwei Beispielfragen an die KI auf dieser Doppelseite. Grundsätzlich gilt bei Befehlen an die KI: Auch gut formulierte Fragen liefern keine Garantie für richtige oder vollständige Antworten.

Voraussetzungen

Damit KI im Arbeitsschutz eine Hilfe sein kann, ist geschultes Personal wichtig, das Vorteile und Limitierungen von KI-Anwendungen einschätzen kann. Ebenso wichtig bleibt die fachliche Überprüfung von KI-Inhalten. In der Praxis bietet sich beispielsweise das 4-Augen-Prinzip an, um Ergebnisse zu prüfen.

Rechtliches: Wer wissen muss, ob sich Sicherheitsvorschriften, Normen oder Regeln geändert haben, kommt ebenfalls an einer fachlichen Prüfung nicht vorbei. KI-Systeme eignen sich nicht dazu, die Aktualität rechtlicher Vorgaben zu bewerten. Die KI kann keine Haftungsfragen bewerten oder Verantwortung übernehmen. Diese bleibt beim Betrieb. Die BG ETEM unterstützt jedoch mit zahlreichen Hilfen, darunter:

  • aktuellen Informationen zu Vorschriften und Normen
  • praxisnahen Handlungshilfen
  • Hilfsmitteln zur Gefährdungsbeurteilung
  • persönlicher Fachberatung durch qualifizierte Ansprechpersonen
  • Präventionsangeboten der Weiterentwicklung von Regeln und Praxishilfen

Sichere Entscheidungen treffen

Es zeigt sich, dass für die optimale Nutzung von KI der Mensch benötigt wird, der kuratierte Daten zur Verfügung stellt, Resultate prüft und sie gegebenenfalls justiert. Richtig genutzt sind KI-Tools wie ChatGPT wertvolle Hilfsmittel im Arbeitsalltag – beispielsweise um Informationen zusammenzutragen oder Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen. Wer sichere Entscheidungen treffen will – insbesondere bei Tätigkeiten mit hohem Risiko wie PV-Montagen auf Dächern – sollte aber auf fachliche Beratung setzen. Die BG ETEM bietet genau diese.

Efstratios Sianidis