Unfälle im Straßenverkehr sind in der Textil- und Modebranche kein Randthema, sondern müssen in den Blick genommen werden.

Hinter jedem Unfall stehen persönliche Schicksale. Ein schwerer Verkehrsunfall kann das Leben der betroffenen Person dauerhaft verändern. Neben schweren Verletzungen und möglichen bleibenden Einschränkungen entstehen häufig langfristige Folgen für die berufliche und soziale Teilhabe. Auch für Betriebe und die Sozialversicherungsträger sind solche Unfälle mit erheblichem organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden. Die Kosten für Rehabilitation, medizinische Versorgung, Hilfsmittel und mögliche Folgeleistungen können sehr hoch sein.

Unfälle im Straßenverkehr sind in der Textil- und Modebranche kein Randthema, sondern aktuell ein wichtiges Thema für die Präventionsarbeit – also zum Beispiel bei Unterweisungen oder Sicherheitsimpulsen im Rahmen von Besprechungen. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu schweren und tödlichen Unfällen auf dem Weg zur Arbeit oder bei beruflich veranlassten Fahrten. Es ist also an der Zeit, Fahrten mit Pkw, Transportern, Zweirädern oder anderen Verkehrsmitteln stärker in den Blick zu nehmen.

Wenn Routine zur Gefahr wird

Ursachen für Verkehrsunfälle sind vielfältig: Schon kurze Unaufmerksamkeit, Zeitdruck, Ablenkung, Müdigkeit, nicht angepasste Geschwindigkeit oder ungünstige Witterungsbedingungen können schwerwiegende Folgen haben. Gerade im beruflichen Alltag werden Fahrten oft als Routine wahrgenommen. Diese Routine darf jedoch nicht dazu führen, dass Risiken unterschätzt werden.

In der Textil- und Modebranche gibt es viele Anlässe, bei denen Beschäftigte unterwegs sind: Fahrten zu Kundinnen und Kunden, zu Betriebsstätten, zu Besprechungen, zu Seminaren, zu Wartungs- oder Serviceterminen sowie der tägliche Weg zur Arbeit und zurück. Damit gehört Verkehrssicherheit unmittelbar zur betrieblichen Präventionsarbeit. Unternehmen sollten die Themen regelmäßig aufgreifen – etwa in Unterweisungen, ASA-Sitzungen, Besprechungen mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Sicherheitsbeauftragten sowie weiteren Akteuren im betrieblichen Arbeitsschutz.

Hilfe bei der Prävention

Die BG ETEM unterstützt Betriebe dabei mit verschiedenen Präventionsangeboten. Dazu gehören Medien wie DGUV Informationen, DGUV Regeln, Unterweisungshilfen, Muster-Betriebsanweisungen, Plakate, Veröffentlichungen und Artikel. Diese Materialien lassen sich nutzen, um Beschäftigte für Risiken im Straßenverkehr zu sensibilisieren und konkrete Schutzmaßnahmen im Betrieb anzustoßen.

Darüber hinaus bietet die BG ETEM verschiedene Seminare an. Dazu zählen unter anderem Fahrsicherheitstrainings für Fahrerinnen und Fahrer von Pkw und Transportern, Grund- und Aufbauseminare zum defensiven Fahren sowie Angebote für Motorradfahrende. Für Fahrerinnen und Fahrer von Transportern stehen darüber hinaus spezielle Angebote zur Verfügung, etwa zur Ladungssicherung. Ergänzt wird das Angebot durch ein Seminar zum sicheren Fahren mit E-Fahrzeugen.

Aktionsmedien machen Risiken erlebbar

Zusätzlich können Betriebe die Aktionsmedien der BG ETEM nutzen. Dazu gehören unter anderem Fahrsicherheitsseminare für Fahrrad-, Pedelec-, Roller- und Motorradfahrende, das Aktionsmobil Zweiradsicherheit, ein Stolperparcours, digitale Angebote zur Fahrradsicherheit, Pupillographie-Messungen und Schlafanalysen, das Schlafradar, Rausch- und Drogenbrillen, Geschwindigkeitsmess- und Anzeigesysteme, VR-Bike-Training sowie ein E-Scooter-Training.

Diese Angebote machen Risiken erlebbar und schaffen einen praxisnahen Zugang zum Thema Verkehrssicherheit. Sie helfen dabei, Aufmerksamkeit, defensives Fahren, Geschwindigkeit, Müdigkeit, Alkohol- und Drogeneinfluss, Schutzkleidung und typische Gefahrensituationen gezielt zu thematisieren.
Für die Textil- und Modebranche ist es wichtig, Verkehrssicherheit stärker in die Präventionsarbeit einzubinden. Die bestehenden Angebote der BG ETEM bieten dafür eine gute Grundlage. Entscheidend ist, dass sie bekannt gemacht, genutzt und in den Betrieben aktiv eingesetzt werden. Das versetzt Unternehmen in die Lage, durch ihren Beitrag schwere und tödliche Wege- und Dienstwegeunfälle künftig zu vermeiden.

Maximilian Dunkel