etem - Magazin für Prävention, Rehabilitation und Entschädigung
Schutz vor COVID-19 im Unternehmen

Rückkehr nach Plan

Frau mit langen braunen Haaren mit einer hellblauen Atemschutzmaske. Sie trägt ein dunkles Sweatshirt mit rot karierter Kapuze

Produktion in Zeiten der Pandemie: Nur konsequent umgesetzte Verhaltensregeln schützen vor einer Ansteckung mit COVID-19

Welche grundlegenden Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln zum Schutz vor COVID-19 haben Sie getroffen?

Tatjana Draese: Wir folgen einem standardisierten Pandemieplan, der aus einer Vorbereitungs-, einer Pandemie- und einer Rückführungsphase besteht. Wir geben regelmäßig Informationen an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über

  • Symptome und Hygieneregeln wie auch über grundsätzliche Verhaltensregeln,
  • Reise- und Versammlungsbeschränkungen sowie
  • weitere Social-Distancing-Maßnahmen, beispielsweise Homeoffice.

In der Produktion selbst haben wir unsere Schichtsysteme flexibilisiert. Damit können wir sowohl eine zeitliche als auch räumliche Entzerrung herstellen. Zudem haben wir Reinigungspläne erweitert und Zugangsbeschränkungen zu unseren Standorten etabliert. Kürzlich haben wir auch mit der Ausgabe von sogenannten Community-Masken begonnen. Und wir versuchen, etwa durch Online-Seminare zur mentalen Gesundheit, Angebote in dieser schwierigen Phase zu schaffen.

COVID-19 – Selbstbewertung für Mitarbeiter

Nehmen Sie die Selbstbewertung wie folgt vor:

Ich hatte keinen Kontakt mit einem bestätigten COVID-19-Fall

Ich hatte Kontakt zu einer nicht selbst erkrankten Kontaktperson eines bestätigten COVID-19-Falles

Ich hatte Kontakt zu einem unbestätigten COVID-19-Verdachtsfall oder habe mich in Regionen mit COVID-19-Fällen aufgehalten

Ich habe einen unbestätigten COVID-19-Verdachtsfall in meinem direkten häuslichen Umfeld

Ich hatte gesicherten Kontakt mit einem bestätigten COVID-19-Fall, d. h.

  • Face-to-face-Kontakt, Umarmungen oder vergleichbare enge Kontakte
  • Haushaltskontakte
  • Längerer gemeinsamer Aufenthalt am Arbeitsplatz oder in kleineren (Besprechungs-)Räumen
  • Im Flugzeug nur bei Platzierung in der Sitzreihe der Person oder 2 Reihen davor bzw. dahinter.

Das zuständige Gesundheitsamt wird sich ggf. zusätzlich mit Ihnen in Verbindung setzen.
Ich bin aus dem Ausland eingereist und kein Berufspendler (14-tägige Quarantäne erforderlich)

Ich habe keine Symptome:

Keine speziellen Vorkehrungen notwendig!

Informieren Sie Ihren Vorgesetzten und bleiben Sie zu Hause!

Informieren Sie Ihren Vorgesetzten und bleiben Sie zu Hause!

Ich habe Symptome:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • schwerer Husten
  • Atembeschwerden
  • verlorener Geschmacks- und Geruchssinn

Informieren Sie Ihren Vorgesetzten und bleiben Sie zu Hause!

Wenn Sie eines der Symptome entwickeln, rufen Sie Ihren Arzt an und lassen Sie Ihren Zustand abklären.

Informieren Sie Ihren Vorgesetzten und bleiben Sie zu Hause!

Informieren Sie Ihren Vorgesetzten und bleiben Sie zu Hause!

Wenn Sie eines der Symptome entwickeln, rufen Sie Ihren Arzt an und lassen Sie Ihren Zustand abklären.

Informieren Sie Ihren Vorgesetzten und bleiben Sie zu Hause!

Kontaktieren Sie Ihren Arzt oder das zuständige Gesundheitsamt/die Behörde. Bitte vor Aufsuchen des Arztes Termin telefonisch vereinbaren.

Die Entscheidung des zuständigen Gesundheitsamtes/der Behörde ist für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bindend.

Bei der Anordnung von häuslicher Quarantäne lassen Sie die Bescheinigung des Gesundheitsamtes/der Behörde bitte Ihrem Arbeitgeber zukommen.

 

Luftbild des deutschen Sitzes des norwegischen Aluminiumherstellers Hydro Aluminum Rolled Products GmbH in Grevenbroich. Man sieht verschiedene Fabrikgebäude und Parkplätze, im Vordergrund eine Straße und umliegende Felder.

Der deutsche Sitz des norwegischen Aluminiumherstellers Hydro Aluminum Rolled Products GmbH ist in Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen).

Wie haben Sie diese Maßnahmen und Regeln bekannt gemacht?

Tatjana Draese: Wir haben alle uns zur Verfügung stehenden Kanäle genutzt und neue Formate etabliert. Dazu gehörten zum einen – ganz klassisch – Aushänge mit wichtigen Informationen an den Standorten. Vielerorts nutzen wir inzwischen auch große Bildschirme dafür.

Darüber hinaus haben wir die wichtigen Informationen über unsere internen Kommunikations- und Informationsplattformen verfügbar gemacht. Für alle Interessierten haben wir einen sogenannten Corona-Ticker etabliert. Das ist ein virtuelles Meeting, bei dem wir zweimal pro Woche die wichtigsten Fragen zu einzelnen Bereichen unseres Geschäfts beantworten.

Wie gehen Sie mit Risikogruppen wie vorerkrankten und älteren Beschäftigten um?

Tatjana Draese: Hier gehen wir ganz individuell vor. Wir besprechen die Situation der jeweiligen Person mit dem Betriebsarzt und treffen daraufhin eine Entscheidung.

Wie gehen Sie mit Verdachtsfällen um – und wie erkennen Sie die?

Tatjana Draese: Wir klären regelmäßig auf und haben zudem eine Checkliste zur Selbstbewertung entwickelt (siehe Tabelle auf S. 19). Bei erhöhtem Infektionsrisiko stellen wir die betroffene Person frei, mit der Bitte, sich beim Arzt oder beim Gesundheitsamt zu melden. Im Anschluss daran erfolgen die sofortige Identifikation und Information der Kontakte mit erhöhtem Risiko und gegebenenfalls auch hier die Freistellung.

Bei welchen Tätigkeiten bzw. an welchen Arbeitsplätzen können Sie die allgemein gültigen Abstands- oder Hygieneregeln nicht einhalten?

Tatjana Draese: Das ist in manchen Bereichen einfacher als in anderen. Besonders bei Instandhaltungsmaßnahmen können die Kollegen den vorgegebenen Abstand teilweise nicht einhalten. In diesen Momenten sind Masken verpflichtend, um so das Ansteckungsrisiko zu verringern.

Welche Regelungen haben Sie hierfür getroffen?

Tatjana Draese: Wir geben sowohl sogenannte Community-Masken wie auch FFP1-Masken aus.

 

Der norwegische Konzern Hydro ist nach eigenen Angaben als weltweit einziges Unternehmen dieser Art vollständig integriert und in mehr als 40 Ländern vertreten. Die 35.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen innovative Lösungen aus Aluminium in allen Teilen der Wertschöpfungskette. Das Unternehmen befasst sich seit mehr als 100 Jahren mit Fragen zu Wasserkraft, Technologieentwicklung und Produktinnovation.

Porträtfoto von Tatjana Draese, Leiterin des Bereichs Health, Safety and Environment (HSE) & Sustainability bei Hydro AluminumRolled Products GmbH in Deutschland. Sie hat dunkle Haare und trägt eine schwarze Bluse.

Tatjana Draese ist bei Hydro Aluminum Rolled Products GmbH in Deutschland Leiterin des Bereichs Health, Safety and Environment (HSE) & Sustainability.

Wie die Hydro Aluminium GmbH ihre Beschäftigten psychisch unterstützt

Mentale Gesundheit in Zeiten von Corona

Ängste sind in diesen Zeiten normal

  • Die Corona-Krise führt zu viel Unsicherheit und Veränderungen, die die Stimmung beeinflussen.
  • Wir reagieren verschieden in stressigen Situationen: Es ist normal, traurig, verwirrt, ängstlich und wütend zu sein.
  • Wenige Informationen sind oft ausreichend. Es gibt viele Fake News, die noch mehr Ängste auslösen: Vertrauenswürdige sichere Quellen sind z. B. die Weltgesundheitsorganisation oder das Robert Koch-Institut.

Tägliche Routinen und Gewohnheiten unterstützen

  • Ausgewogene Ernährung und körperliche Bewegung sind wichtig, ebenso ausreichend Schlaf.
  • Problembewältigung sollte nicht mit Alkohol oder Drogen erfolgen.
  • Kontakt zu Familie, Freunden und Kollegen kann per Telefon, Skype oder andere soziale Medien gehalten werden, auch wenn „echte“ Treffen nicht stattfinden.
  • Tägliche Rituale oder Erlebnisse können den Tag verschönern.

Unterstützung

  • Gedanken zu teilen, hilft oft schon.
  • Auch Vorgesetzte und Kollegen haben ein offenes Ohr.
  • Auch die betriebliche Sozialberatung ist jederzeit ansprechbar.

Ausgabe 3.2020

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