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Präventionspreis 2020 der BG ETEM

Auf getrennten Wegen gemeinsam zum Ziel

Das Bild zeigt eine Produktionshalle: Ein Fußgänger überquert eine Fahrbahn auf einem Zebrastreifen, während ein Transportfahrzeug wartet.

In der Essity-Produktionshalle können Fußgänger die Fahrbahn sicher überqueren.

Artur Lewosinski ist zufrieden. Der stellvertretende Schichtleiter in der Toilettenpapierproduktion bei der Essity Operations Neuss GmbH begrüßt das neue Traffic Management System: „Wir fühlen uns sicherer, weil wir jetzt vor den Fahrzeugen geschützt sind.“

Logo Präventionspreis Arbeits- und Gesundheitsschutz der BG ETEM in blau.

 
Holger Holste, Fachkraft für Arbeitssicherheit, erklärt, wie es dazu kam. Ursprünglich waren der von Flurförderzeugen genutzte Fahrweg und die Fußwege auf beiden Seiten nur durch Markierungen am Boden gekennzeichnet. Immer wieder habe es Meldungen über Beinaheunfälle gegeben. Schließlich gab ein tödlicher Unfall außerhalb des Unternehmens den Ausschlag. „Das war das Startsignal“, sagt Holste, „wir mussten etwas tun, damit sich solche Sachen bei uns auf gar keinen Fall abspielen.“

Porträt eines Mannes mit blonden Haaren und Vollbart in einer Werkshalle mit orangen Metallstreben. Er trägt ein schwarz-gelbes Shirt mit Logo essity und schaut in die Kamera.

Artur Lewosinski, stellvertretender Schichtleiter bei Essity in Neuss, fühlt sich sicherer mit dem neuen Geländer. Dafür sorgt ein stabiles Geländer, das in der Produktionshalle Fahr- und Fußweg voneinander trennt.

Essity entwickelte ein Traffic Management System. Kernstück sind Geländer, die die Fußwege gegen den Fahrweg abschranken. Diese sind so stabil, dass sie auch einem ausscherenden Gabelstapler Stand halten können. Es gibt nur noch einen Fußgängerüberweg. Der ist durch nach innen zu öffnende Klapptüren gesichert. Sobald ein Fußgänger die Klapptür betätigt, wird der Fahrweg durch rote Lichtsignale gesperrt. „Das kostet ein bisschen mehr Zeit“, sagt Schichtleiter Lewosinski, „aber es bringt mehr Sicherheit. Und das ist es wert.“

Eigene Entwicklung

Bei der Umsetzung des Konzepts setzte Essity auf marktübliche Produkte, entwickelte sie aber in Teilen weiter. „Unsere Endschalter für die roten Lampen sollen ins Programm des Herstellers aufgenommen werden“, berichtet Holger Holste. Darüber hinaus hält er das Verkehrskonzept auch in anderen Betrieben für umsetzbar: „Unser System könnte man in allen Industriebereichen gebrauchen, in denen Staplerfahrer mit Fußgängern interagieren.“

Ein Mann steht in einer Lagerhalle, rechts im Hintergrund große Papierrollen. Er hat kurze, dunkel Haare, einen Vollbart, trägt eine Brille und ein schwarz-gelbes Shirt mit dem Firmenlogo von essity. Er lächelt in die Kamera.

Holger Holste, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei Essity in Neuss, hat das neue Sicherheitskonzept mitentwickelt.

Auch an Ausnahmesituationen wurde bei dem Konzept gedacht. Wenn zum Beispiel Bau- oder Instandhaltungsarbeiten in den betreffenden Bereichen anstehen, wird eine Gefährdungsbeurteilung erstellt, in der zusätzliche Maßnahmen zur Verkehrssicherung festgelegt werden.

Seit zwei Jahren ist das Traffic Management System bei Essity in Betrieb. Seitdem gab es keinen Unfall oder Beinaheunfall zwischen Fußgängern und Fahrzeugen. Die BG ETEM hat das Unternehmen dafür mit dem Präventionspreis 2020 in der Branche Druck und Papierverarbeitung ausgezeichnet.

Essity Operations Neuss GmbH

Die Essity Operations Neuss GmbH ist einer von fünf deutschen Produktionsstandorten des in Stockholm ansässigen Essity-Konzerns. Das weltweit tätige Hygiene- und Gesundheitsunternehmen produziert Hygienepapiere, Körperpflegeprodukte und professionelle Hygienelösungen – darunter zahlreiche bekannte Marken wie Zewa, Tempo, Lotus oder Leukoplast. In Neuss stellen etwa 440 Beschäftigte pro Jahr rund 112.000 Tonnen Toilettenpapier und Papiertaschentücher her.

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