etem - Magazin für Prävention, Rehabilitation und Entschädigung
Präventionspreis 2018

Mit allen Sinnen lernen

Trainingszentrum "Safety Dojo" der Koyo Bearings Deutschland GmbH

Schritt für Schritt zu mehr Arbeitssicherheit: Das Trainingszentrum „Safety Dojo“ der Koyo Bearings Deutschland GmbH führt die Beschäftigten wie auf einer Straße durch die Lerninhalte.

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Am Anfang stand eine Frage, die vielen Unternehmern und Fachkräften für Arbeitssicherheit Jahr für Jahr Kopfzerbrechen bereitet: „Wie schaffen wir es, dass die Beschäftigten mit Lust statt Langeweile an einer Unterweisung zur Arbeitssicherheit teilnehmen?“

Die Koyo Bearings Deutschland GmbH in Halle/Westfalen entwickelt, produziert und vertreibt hochpräzise Nadellager für innovative Anwendungen im Automobil- und Industriesektor. Auch Christoph Holz, Werkleiter des Standortes, und seine Sicherheitsfachleute fragten sich, wie sie aus einer lästigen Pflicht eine für alle Beteiligten spannende Übung machen könnten.

Konkret bedeutete das: Ein Trainingszentrum für Arbeitsschutz sollte her – mit einem völlig neuen Lernkonzept. Im Gegensatz zum früheren Konzept, das eher durch Frontalunterricht geprägt gewesen sei, wollte man mit dem neuen Konzept „hin zu einem Dialog, einem Austausch, zu einem Erleben, Begreifbar- und Fühlbarmachen“, so Werkleiter Holz. Bei einer solchen „Ermöglichungsdidaktik“ sollen die Lernmotivation und der Lernerfolg durch „Gamification“ (Anwendung spieltypischer Elemente in einem spielfremden Kontext) und durch mehr Interaktion der Teilnehmer gesteigert werden. Bei der Umsetzung ging die Koyo Bearings Deutschland GmbH – ähnlich wie andere Preisträger des BG ETEM-Präventionspreises 2018 – nach dem Prinzip vor: Die Beschäftigten sollen von Beginn an in die Inhalte des Unterrichts im neuen Trainingszentrum eingebunden werden.

Seit Anfang 2018 ist es fertig: das Koyo „Safety Dojo“ – zu deutsch: „Trainingszentrum für Sicherheit“. An 15 Stationen können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier „mit fast allen Sinnen den Arbeitsschutz neu erleben“, erklärt Werkleiter Holz mit einigem Stolz. Nach einem strukturierten Trainerkonzept würden hier alle Führungskräfte als Trainer geschult und durch die Fachkräfte für Arbeitssicherheit begleitet.

Persönliche Schutzausrüstungen im „Safety Dojo“

Für jeden die Richtige: Auch Persönliche Schutzausrüstungen finden sich im „Safety Dojo“.

Die Beschäftigten würden im Anschluss durch ihre jeweiligen Vorgesetzten dafür sensibilisiert, die Gefahren an ihrem Arbeitsplatz und in ihrem Umfeld frühzeitig zu erkennen und abzuschätzen, um unsichere Zustände zu vermeiden, ergänzt Betriebsrat Martin Schubert. Im neuen Trainingszentrum könnten die Mitarbeiter aller Altersgruppen jetzt Arbeitssicherheit praxisnah trainieren – in einer „Erlebniswelt, wie ein Zirkeltraining“, sagt Schubert begeistert. Durch das Erleben und Mitmachen soll der Arbeitsschutz so ins Bewusstsein der Kollegen dringen, „dass sie beim Start der Maschinen am Morgen auch an die Arbeitssicherheit denken – und nicht nur an die Stückzahlen“.

Auch Trainingsteilnehmer Peter Freitag freut sich: „Ich finde es gut, dass die Mitarbeiter hier aktiv dabei sein können. Sie können Sachen ausprobieren, sie können viele Fragen stellen.“ Das sei doch „viel besser, wenn man aktiv ist, als wenn man nur in einem Raum sitzt und die Sachen an die Wand geworfen bekommt“, vergleicht Freitag das alte und das neue Lernkonzept.

Ausgabe 6.2018

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