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Druckfarben für Verpackungsmaterialien

Explosiver Stoff

Die Abbildung zeigt NC-Farben auf Verpackungsmaterialien.

NC-Farben werden aus Cellulosenitrat-Lösungen mit niedrigem Nitrierungsgrad hergestellt und gehören nicht zu den Explosivstoffen.

Seit Jahrzehnten werden Farben mit Nitrocellulose (NC) erfolgreich und sicher im Verpackungsdruck eingesetzt. Mit NC-Farben lassen sich Verpackungen mit hervorragender Transparenz und Brillanz bedrucken. Die schnelltrocknenden und ergiebigen Farben ermöglichen Produkte mit einem geringen Restlösemittelgehalt und sind mechanisch sehr stabil. Daher ist NC als Bindemittel in vielen Verpackungsdruckfarben ideal verwendbar. Ein aktuelles Brandereignis erinnert daran, dass NC-Farben einige besondere Sicherheitsmaßnahmen erfordern.

NC-Farben

NC-Farben werden aus Cellulosenitrat-Lösungen mit einem niedrigen Nitrierungsgrad hergestellt und gehören daher nicht zu den Explosivstoffen – wie etwa die chemisch verwandte „Schießbaumwolle“. Dennoch birgt die Verarbeitung von NC-Farben grundsätzlich einige Gefahren. Rückstände von NC-Farben können sich unter bestimmten Bedingungen bei Bildung von toxischen Gasen zersetzen. Diese chemische Reaktion kann einen Brand auslösen oder sogar explosionsartig erfolgen. Um dies zu verhindern, sind insbesondere eine Austrocknung von NC-haltigen Mischungen zu vermeiden sowie spezielle Sicherheitsmaßnahmen bei der Abfallsammlung und der Destillation zu berücksichtigen.

Abfallsammlung

Das Mischen mit anderen Stoffen (Druckfarben und Reinigern) kann eine gefährliche Zersetzung von NC-Farben bewirken. NC-Farbreste sind stets getrennt zu sammeln von:

  • metallhaltigen Farben (Gold, Silber, Bronze)
  • UV-Farben und UV-Lacken
  • wasserbasierten Farben und Lacken
  • alkalischen Reinigern

Farbreste und Putztücher müssen in getrennten Sicherheitsbehältern mit Verschluss gesammelt werden.

Destillation

NC-Farbreste dürfen nur getrennt von anderen Produkten destilliert werden. Die Produkttemperatur muss unterhalb von 100 °C liegen, ein Eindampfen bis zur Trockenheit ist unbedingt zu vermeiden. Diese Regeln sind bei der Destillation zu beachten:

  • Verfahrensvorschriften der Lieferanten beachten
  • Betriebspersonal sorgfältig ausbilden
  • NC-Farbreste getrennt von anderen Abfällen destillieren
  • Produkttemperatur < 100 °C
  • Verkrustungen nach der Destillation nur mit geeigneten Lösemitteln entfernen
  • Noch warme Destillationsrückstände nicht in Behälter abfüllen
  • Rückstände in geeignete, sichere und fest verschlossene Behälter füllen und entfernt von der Produktion lagern.

Ablagerungen

Trockene oder fast trockene, verschüttete Mengen oder beträchtliche Rückstände von NC-Produkten können zur Selbstentzündung neigen und sind leicht brennbar. Ablagerungen von NC-Produkten sind sehr schlagempfindlich und müssen immer entfernt werden. Konkret heißt das:

  • Verspritzte, verschüttete oder ausgelaufene NC-Farbe sofort mit Reinigungsflüssigkeit entfernen, nicht trocknen lassen.
  • Angetrocknete Rückstände nicht durch Kratzen entfernen! Falls erforderlich Geräte aus Messing, Edelstahl o. Ä. benutzen, die nicht zur Funkenbildung neigen. Dabei stets unter feuchten Bedingungen arbeiten und Wasser verwenden.

Fazit

Eine sichere Verwendung von NC-Farben ist unter Beachtung einiger spezieller Sicherheitsmaßnahmen möglich. Ein „Leitfaden zur sicheren Verwendung von Cellulosenitrat-Druckfarben und verwandten Produkten“ steht als Information des Europäischen Druckfarbenverbandes (EuPIA) zur Verfügung (s. „info“).

Dr. Ehler Cuno

Ausgabe 5.2018

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