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Präventionspreis 2020 der BG ETEM

Auszubildende in Rüschenkleidern

In einem fensterlosen Raum mit Leitungen an der Decke sitzen mehrere Jugendliche und ein Erwachsener um einen Tisch. Auf dem Tisch steht ein Aufsteller mit bunten Symbolen.

Der jährliche Workshop für Arbeitssicherheit soll die neuen Auszubildenden für das Thema sensibilisieren.

„Ich finde einen Film besser als eine Präsentation“, sagt Auszubildende Anna-Lena Wuchatsch. „Er bringt das Thema Arbeitssicherheit auf witzige Art und Weise rüber.“ Wuchatsch ist eine von mehreren Azubis der Ontex Hygieneartikel Deutschland GmbH, die im Rahmen eines Workshops zwei Videos produziert haben. Die Themen: Beinaheunfälle sowie die Nutzung des Handlaufs auf einer Treppe.

Logo Präventionspreis Arbeits- und Gesundheitsschutz der BG ETEM.

 
Die Idee zu den Filmen kam von Mario Fritzsche, der als Fachkraft für Arbeitssicherheit unter anderem die neuen Auszubildenden in einem jährlichen Workshop für den Arbeitsschutz im Unternehmen sensibilisiert. „Ich wollte einfach mal etwas anders machen“, erklärt er, „und die Azubis sollten ihren unverbrauchten Blick mit einbringen.“

Das Bild zeigt das Porträt einer lächelnden Jugendlichen mit Brille. Ihre dunklen Haare sind zurückgebunden. Sie sitzt an einem Tisch, vor ihr sind Getränkeflaschen und eine Kaffeekanne teilweise sichtbar.

Auszubildende Anna-Lena Wuchatsch ist mit Spaß bei der Sache.

Das ist offenbar gelungen. Mit viel Humor zeigen die Nachwuchskräfte zum Beispiel zehn Möglichkeiten, wie man eine Treppe ganz sicher nicht nutzen soll – auf allen Vieren, Huckepack, mit vollen Kaffeetassen in beiden Händen oder sogar in Rüschenkleidern aus dem 19. Jahrhundert, unter denen frau die eigenen Füße nicht mehr sehen kann.

Oberkörperansicht eines Mannes, er steht im Freien vor einem Gebäude und einigen Bäumen und lächelt in die Kamera. Er hat kurze, hellbraune Haare, trägt einen Dreitagebart und ein hell-gestreiftes Hemd.

Experte für Arbeitssicherheit Mario Fritzsche hatte die Idee zu den Filmen.

Natürlich lösten die Auszubildenden das Ganze auch auf. Nach einem eindrücklichen „Stopp“ quer durchs Bild demonstrieren sie, wie es richtig geht. Die Filme zeigen Wirkung in der Belegschaft. Mario Fritzsche berichtet von einem Kollegen der sagte: „Ich traue mich gar nicht mehr die Treppe herunterzugehen, ohne den Handlauf zu benutzen.“

Das Foto zeigt einen hölzernen Handlauf und den blau bekleideten Arm einer Person, die sich daran festhält.

Sicher auf der Treppe mit Handlauf.

Wandzeitung und Startbutton

Die Ontex Hygienartikel Deutschland GmbH ist Teil des 1979 in Belgien gegründeten Ontex-Konzerns, der in 15 Ländern Hygieneprodukte herstellt. Diese werden als Eigen- und Fremdmarken in 110 Ländern weltweit vertrieben. Am Standort in Großpostwitz in der Oberlausitz produzieren 460 Beschäftigte Tampons.

Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, alle Beschäftigten zu sicherem Arbeiten zu motivieren. Dazu hat Mario Fritzsche unter anderem vor drei Jahren eine Wandzeitung mit dem Thema des Monats geschaffen. Darin thematisiert er unter anderem den sicheren Umgang mit Maschinen, den Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln oder die strikten Regeln beim Reinigen mit Druckluft. Sein Credo: „Ich will die Infos direkt an die Leute heranbringen.“

Darüber hinaus hat Ontex weitere Maßnahmen getroffen, um die Arbeitssicherheit zu erhöhen. Dazu gehören Prämien für unfallfreies Arbeiten, ein Meldesystem für Beinaheunfälle mit leicht zu nutzenden Formularen sowie ein eigener Button auf dem Startbildschirm jedes PCs. Ein Klick und alle Sicherheits- und Gesundheitsinformationen stehen zur Verfügung.

Das Konzept zeigt Wirkung. Der letzte Arbeitsunfall war im Februar 2020 – vor mehr als einem Jahr.

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