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Sicher arbeiten auf Baustellen

Herz und Helm

Axel Lippert von der Firma Elektro Beckhoff GmbH wird eine Auszeichnung von den Herren Roland Nitzler und Bernd Zentner überreicht. Im Hintergrund erkennt man den Schriftzug von der Firma Süwag.

Roland Nitzler (links) und Bernd Zentner (rechts) zeichnen Axel Lippert von der Elektro Beckhoff GmbH aus.

Herz und Helm zieren das Logo der Aktion „Gesund und Sicher 2017“. Weil Herz und Helm zusammengehören. „Wir können Gesundheit und Arbeitsschutz nicht trennen“, sagt Thomas Schüttler, Koordinator des Teams „Arbeitssicherheit und Qualität“ der Süwag Energie AG in Frankfurt, zur Philosophie, die hinter der Aktion steht. Ihr Erfolg ist messbar: Zum Jahresende 2017 meldete der Leiter der Stabsstelle Betriebssicherheit, Roland Nitzler, einen „historischen Tiefststand“ bei der Zahl der Betriebsunfälle. Nur sechs Arbeitsunfälle im gesamten Jahr, zwei eigene und vier bei Partnerfirmen, bescherten dem Unternehmen bei weit über drei Millionen Arbeitsstunden dieses besondere Erfolgserlebnis. Fünf Jahre zuvor wurden noch knapp dreimal so viele Unfälle auf Baustellen der Süwag und ihrer Partnerfirmen registriert.

Mit der Aktion „Gesund und Sicher“ geht die Süwag einen Schritt weiter als bei bisherigen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, zum Umweltschutz und zur Qualitätssicherung auf ihren Baustellen. Das Projekt „Safety-Team“, mit dem das Unternehmen zwei Jahre zuvor den „Deutschen Arbeitsschutzpreis“ gewann, zielte vor allem auf Geschäftsführer und Bauleiter der Partnerfirmen in Diensten der Süwag.

Adressaten sind nun direkt und unmittelbar deren Monteure und Beschäftigte auf den Baustellen. Die Verantwortung für Herz und Helm wird auf die Basis übertragen. Wenn jetzt die Mannschaft der Qualitätssicherung auf den Baustellen im Süwag-Verbreitungsgebiet unterwegs ist, geht es nicht mehr nur um Kritik und das Festhalten von Mängeln. Lob für gute Leistungen steht nun im Vordergrund.

Auf diesem Bild sind noch einmal die Preisträger gezeigt. Sie stehen in einer Reihe und halten die Auszeichnungen in Richtung Kamera.

Roland Nitzler mit den Preisträgern Axel Lippert, Thorsten Weimar (Wisag GmbH) und Christian Jung (Spie SAG GmbH) ( von links).

Motivation statt nur Kritik

„Wir wollen nicht nur kritisieren, wir wollen motivieren. Jeder einzelne Mitarbeiter soll seinen Beitrag zum modernen Arbeitsschutz leisten“, so Betriebssicherheitschef Roland Nitzler. „Gute Leistung wird gelobt, vorbildliches und sicheres Verhalten auf den Baustellen testiert.“ Das gilt für die direkten Süwag-Mitarbeiter und die Beschäftigten der externen Partnerfirmen. Am Erfolg sind sie gleichermaßen beteiligt. Intern werden „Sicherheitsprämien“ in Sachwerten schon seit Jahren vergeben. Im Programm „Gesund und Sicher“ werden vorbildliche Mitarbeiter von Partnerfirmen ausgezeichnet.

Das System der positiven Motivation und seine Grundidee ist einfach. Wenn die Teams der Qualitätssicherung auf Baustellen auftauchen, haben sie Anerkennungsurkunden im Handgepäck. Mit 500 durchnummerierten Urkunden wurden die Kontrolleure zu Beginn der Aktion ausgestattet. Registrieren die Qualitätssicherer vorbildliches und sicheres Verhalten auf Baustellen, erhält der Beschäftigte als unmittelbare Anerkennung eine der Urkunden mit Dank und vielen lobenden Worten, auf der oben rechts und links das Logo mit Herz und Helm prangt. Zusätzlicher „sportlicher Anreiz“, wie es Roland Nitzler nennt, ist der untere Teil der Urkunde. Notiert ist die Baustelle, die Partnerfirma, Name und Adresse des Mitarbeiters und – ganz wichtig – eine Losnummer. Der Abschnitt kommt am Jahresende in den Lostopf, dann werden drei Gewinner ermittelt, die Geldprämien (500, 300 und 200 Euro) erhalten.

Hier sind die drei Urkunden der Gewinner für vorbildliches Verhalten auf Baustellen der Süwag abgebildet.Hier sind die drei Urkunden der Gewinner für vorbildliches Verhalten auf Baustellen der Süwag abgebildet.Hier sind die drei Urkunden der Gewinner für vorbildliches Verhalten auf Baustellen der Süwag abgebildet.

Zum Dank für vorbildliches Verhalten auf Baustellen der Süwag erhielten die drei Gewinner des Jahres 2017 je eine Urkunde mit Geldprämie.

Die Sensibilisierung der Mitarbeiter durch „viele gesetzte Sicherheitsimpulse“ liefert Erfolg. Er sei an „nackten Zahlen ablesbar“, so Thomas Schüttler. Auf die Gefahren im Arbeitsalltag macht sein Team „Arbeitssicherheit und Qualität“ mit Intranetbeiträgen, Videobotschaften der einzelnen Geschäftsführer, mit Videoclips, Plakaten an allen Standorten und einem selbst gestalteten Kalender aufmerksam. Dazu gehörte auch die „SRS-Kampagne“ mit Tipps zur Vermeidung von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen (SRS) in unwegsamem Gelände. „Die Tendenz der Unfallzahlen ist weiter abnehmend, wir halten die angestrebten hohen Ziele ein“, freut sich Schüttler. Zum ersten Mal waren Süwag und Partnerfirmen im vergangenen Jahr länger als 100 Tage am Stück unfallfrei – und das gleich zweimal hintereinander.

Viel Lob für Prämien-Idee

„Wellen geschlagen“ hat die Idee der Prämien-Verlosung im gesamten Süwag-Umfeld, hat Roland Nitzler registriert. Die Partnerfirmen sind in die Kommunikation eingestiegen, eines der größten Partnerunternehmen habe sogar im Rahmen einer Betriebsversammlung darüber berichtet. Der Motivationsschub ist angekommen.

Helm und Herz sind zum Symbol des Handelns geworden. Bei knapp 1.000 Baustellenkontrollen im Jahr 2017 zeichneten die Süwag-Qualitätssicherer rund 90 besonders gut bewertete Baustellen aus. Die Gewinner der Geldpreise hat Syna-Geschäftsführer Jürgen Köchling persönlich aus dem Lostopf in Form eines Sicherheitshelmes gezogen. Die Geschäftsführung unterstützt die Aktion auch im laufenden und im kommenden Jahr. Roland Nitzler: „Das Ziel ist gesteckt: Jeden Tag ein Stück besser werden. Vielleicht schaffen wir es alle gemeinsam, Arbeitsunfälle in naher Zukunft ganz zu eliminieren.“

Ausgabe 1.2019

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