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Datenbank zur Erfassung gefährdeter Beschäftigter

Sicheres Angebot

Dieses Piktogramm in rot-schwarz demonstriert, dass krebserregende Stoffe im Umlauf sein können.

Wo dieses GHS-Piktogramm zu sehen ist, können krebserzeugende Stoffe im Umlauf sein.
 

Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, die Gesundheit ihrer Beschäftigten bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen zu schützen. Seit 2015 enthält die Gefahrstoffverordnung im § 14 die Verpflichtung des Arbeitgebers, ein Verzeichnis über die durch krebserzeugende oder keimzellmutagene Stoffe gefährdeten Beschäftigten zu führen („Dokumentationspflicht“).

Stellt der Arbeitgeber im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung fest, dass Gefährdungen durch krebserzeugende oder keimzellmutagene Gefahrstoffe vorliegen, muss er die Angaben über Höhe und Dauer der Exposition dokumentieren und 40 Jahre aufbewahren („Archivierungspflicht“). Scheiden Beschäftigte aus dem Betrieb aus, so muss das Unternehmen den betroffenen Beschäftigten die entsprechenden Auszüge aus dem Verzeichnis aushändigen („Aushändigungspflicht“).

Diese Regelung geht auf die EU-Krebs- Richtlinie 2004/37/EG zurück. Ihr Ziel ist es, die pflichterhobenen Expositionsdaten personenbezogen langfristig zu sichern. Dadurch sollen auch nach Ablauf der meist langen Latenzzeiten mögliche Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen und aufgetretener Erkrankung erkennbar bleiben. Dies ist von entscheidender Bedeutung für die Entschädigung bei Fällen von Berufskrankheiten.

Arbeitgeberpflicht auf UV-Träger übertragbar

In der Gefahrstoffverordnung ist auch festgelegt, dass der Arbeitgeber die Aufbewahrungs- und Aushändigungspflicht auf den zuständigen Unfallversicherungsträger übertragen kann. Die Voraussetzungen der Übermittlungsbefugnis für Arbeitgeber sind in § 14 Abs. 4 der Gefahrstoffverordnung bzw. in § 5 Abs. 3 der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge geregelt.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) bietet hierfür eine Datenbank zur zentralen Erfassung gegenüber krebserzeugenden Stoffen exponierter Beschäftigter an. Diese „Zentrale Expositionsdatenbank“ (ZED) ist ein Angebot für alle versicherten Unternehmen, um ihrer Verpflichtung laut der Gefahrstoffverordnung nachzukommen.

Über die Datenbank

In der ZED werden Daten über die Exposition von Beschäftigten erfasst, die durch Tätigkeiten mit krebserzeugenden oder keimzellmutagenen Stoffen der Kategorien 1 A und 1 B gemäß Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-Verordnung) gefährdet sind. Unternehmen können die jeweiligen Angaben über ein Internetportal (zed.dguv.de) in die ZED eintragen und dort verwalten. Diese Daten unterliegen dem Sozialdatenschutz. Andere Personen oder Stellen haben keinen Zugang zu den Verzeichnissen. Zugriff auf die gespeicherten Inhalte haben nur

  • Unternehmen auf die von ihnen eingegebenen und erfassten Daten und
  • Beschäftigte auf die sie persönlich betreffenden Daten. Sie können den Auszug über ihre Expositionshistorie schriftlich bei der ZED anfordern. In einem Anerkennungsverfahren für Berufskrankheiten können sie auch einer Weitergabe ihrer Daten an die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung zustimmen.

Vor der erstmaligen Speicherung der Angaben in der ZED ist die Zustimmung der Beschäftigten erforderlich. Auf Wunsch des Unternehmens können die in der ZED erfassten Daten auch für das Angebot nachgehender arbeitsmedizinischer Vorsorge durch

  • den Organisationsdienst für nachgehende Untersuchungen (ODIN) bei der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) sowie
  • die Gesundheitsvorsorge (GVS) bei der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) genutzt werden.

Dieser Nutzung muss die betreffende Person zustimmen, das Unternehmen muss diese ausdrückliche Einwilligung schriftlich einholen. Dann entfällt eine gesonderte Meldung an ODIN bzw. GVS. Die Unternehmen können ihre Teilnahme an der ZED jederzeit beenden und die Dokumentation im eigenen Hause weiterführen. Die BG ETEM empfiehlt, die zu diesem Zeitpunkt bereits erfassten Daten in der ZED zu belassen.

Vorteil für die Unternehmen

Unternehmen können ihr Verzeichnis gefährdeter Beschäftigter mithilfe eines Web-Portals der DGUV in der ZED datenschutzgerecht erfassen und verwalten. Nur das jeweilige Unternehmen hat über autorisierte Personen Zugriff auf seine Daten. Einzige Ausnahme: Die DGUV händigt auf Anfrage von Beschäftigten die sie persönlich betreffenden Angaben aus. Die DGUV übernimmt auch die Archivierungsverpflichtung von 40 Jahren. Weitere Vorteile sind:

  • Die ZED ist ein kostenfreies Dienstleistungsangebot durch die DGUV.
  • Eine einfache dialoggeführte Online-Erfassung der Daten reduziert den Aufwand für die Erstellung und Pflege des Verzeichnisses.
  • Eine zusätzliche oder alternative Datenübermittlung über „Excel“ ist möglich.
  • Auf Wunsch können die Meldeverpflichtungen an ODIN und GVS abgelöst werden.
  • Unternehmen können jederzeit die Teilnahme an der ZED beenden, wenn sie das Verzeichnis im eigenen Hause weiterführen wollen.

Vorteile für Beschäftigte

Das Erfassen und die Archivierung von Expositionen am Arbeitsplatz dienen dazu, auch nach Ablauf der meist sehr langen Latenzzeiten mögliche Zusammenhänge zwischen beruflicher Tätigkeit und aufgetretener Erkrankung zu erkennen. Mithilfe der ZED werden die notwendigen Informationen zentral erfasst und sicher für den Zeitraum von 40 Jahren verfügbar gehalten. So wird sichergestellt, dass eventuelle berufliche Ursachen für Erkrankungen bestmöglich erkannt und die Betroffenen durch die gesetzlichen Unfallversicherungsträger bei berechtigten Ansprüchen entschädigt werden können.

Auf Anfrage können Beschäftigte die sie persönlich betreffenden Daten schriftlich erhalten. Vorteil: Die Daten stehen zur Verfügung – unabhängig davon, ob ein Betrieb noch existiert oder Beschäftigte ihre Unterlagen selbst noch verfügbar haben. Zudem entfällt der Aufwand für eine private Archivierung entsprechender Einzeldokumente.  

Kathrin Kraft

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