etem - Das Magazin Ihrer Berufsgenossenschaft
Brancheninitiative Offsetdruck

Erfolgreich gegen Lösemitteldämpfe

Das Foto zeigt Mitglieder beim Jahrestreffen der Initiative zur Verminderung der Lösemittelemissionen im Offsetdruck. Die Mitglieder sitzen nebeneinander und schauen in Richtung Rednerbühne. Auf der rechten Seite des Fotos sieht man den Textteil 22 Jahre.

Seit 22 Jahren haben es sich die Mitglieder der Brancheninitiative zur Aufgabe gemacht, die Lösemittelemissionen, denen Beschäftigte im Offsetdruck ausgesetzt sind, zu verringern. Das dient nicht nur dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten, sondern auch dem Schutz der Umwelt. 1995 von der damaligen Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung (heute BG ETEM), den führenden Druckmaschinen- und Waschmittelherstellern, dem Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e. V., dem Bundesverband Druck & Medien (bvdm) und der IG Medien (heute ver.di) ins Leben gerufen, hat die Brancheninitiative nichts an Bedeutung eingebüßt.

Sie hat zum Ziel, u. a. die bei der Reinigung von Druckplatten und Gummitüchern anfallenden VOC-Emissionen (volatile organic compounds = flüchtige organische Verbindungen) deutlich zu reduzieren und so die Belastung der Atemluft im Drucksaal zu verringern. Mit Erfolg – wie die bisherige Bilanz zeigt. So ist es seit der Gründung der Initiative gelungen, den Anteil an leichtflüchtigen Reinigungsmitteln in Offsetdruckereien um mehr als zwei Drittel zu reduzieren. Im Gegenzug stieg der Gesamtverbrauch an weniger flüchtigen Reinigungsmitteln auf ein seit mehreren Jahren konstant hohes Niveau von über 80 Prozent (siehe Grafik). Dieser Erfolg beruht auf der guten Zusammenarbeit zwischen den Druckereien, den Wasch- und Reinigungsmittelherstellern sowie den Druckmaschinenherstellern mit der BG ETEM und den Sozialpartnern.

Erfahrungsaustausch und Themen

Beim jüngsten Treffen der Brancheninitiative waren u. a. Druckmaschinen- und Peripheriegerätehersteller sowie Hersteller und Lieferanten der im Offsetdruck benötigten chemischen Hilfsstoffe anwesend. Sie stellen zum Beispiel Wasch- und Reinigungsmittel, Feuchtmittel und Druckbestäubungspuder her. Darüber hinaus kamen Vertreter des Deutschen Verbandes der Lack- und Druckfarbenindustrie, des Bundesverbandes Druck und Medien und der Forschungsgesellschaft Druck (Fogra) nach Mainz.

Einer der Themenschwerpunkte des Treffens war die Entwicklung im Bereich der UV-Trocknung von Druckprodukten. Durch die Einführung von UV-Strahlungsquellen mit verschiedenen Emissionsverhalten ergeben sich nicht nur Unterschiede im Energieverbrauch, in der Auswahl der UV-Farben und -Lacke etc. Auch die von der Strahlungsquelle ausgehenden Gefährdungen für die Anwender können sich je nach UV-Quelle unterscheiden. Nach der Erörterung der verschiedenen Arbeitsschutzaspekte folgte im Anschluss die vieldiskutierte Thematik der „Deinkbarkeit“ UV-bedruckter Papiere. Weitere Themen der Veranstaltung waren

  • Änderungen im gesetzlichen Regelwerk mit Relevanz für die Branche Druck und Papierverarbeitung,
  • das neue Hand- und Hautschutzportal der BG ETEM (www.basis-bgetem.de),
  • die zukünftige Einstufung von Titandioxid, dessen mögliche Auswirkungen lebhaft und praxisnah vorgestellt wurden, und
  • das sichere Betreiben von Heatsettrocknern.

Diese Illustration zeigt Diagramme in unterschiedlichen Farben an. Es geht um den Anteil weniger flüchtiger Reinigungsmittel, die im Jahr 2016 gegenüber dem Beginn der Initiative 1995 deutlich gestiegen ist.

Ausblick

Der Gedanke der Brancheninitiative und ihr Erfolg brachte die Beteiligten schon in der Vergangenheit auf die Idee, das Prinzip auch auf andere Bereiche zu übertragen. Daraufhin wurden ähnliche Absprachen getroffen, etwa für Druckbestäubungspuder, für sogenannte Sonderreiniger im Offsetdruck und den Etikettendruck.

Auch beim jüngsten Treffen wurde wieder der Wunsch geäußert, die Zusammenarbeit zu vertiefen. Einige Hersteller zeigten großes Interesse daran, auch in Bereichen wie Feuchtmittel oder Reinigungsmittel für den Flexodruck im Sinne der Brancheninitiative die Druckereien besser zu unterstützen und somit für eine sicherere Arbeitsumgebung zu sorgen.

Die freiwillige Brancheninitiative zeigt, dass die Druckbranche innovativ und engagiert genug ist, Probleme ohne staatlichen Druck zu lösen. Durch Kooperationen konnten praxistaugliche und beständige Lösungen entwickelt werden. Dies ist nicht nur beispielhaft für vergleichbare Projekte in anderen Bereichen. Die Brancheninitiative im Offsetdruck wird seit vielen Jahren auch in anderen Ländern Europas akzeptiert und umgesetzt.

Dr. Nadine Metz, Dr. Axel Mayer

Das Bild zeigt verschiedene Kanister und Behälter, die Flüssigkeiten enthalten. Darüber steht "Die Zukunft gehört emissionsarmen Produkten".

Weitere Informationen zur Brancheninitiative zur Verminderung der Lösemittelemissionen im Offsetdruck: www.bgetem.de, Webcode 15625968 oder

Datenbank emissionsarme Produkte auf der Internetseite der BG ETEM: emissionsarme-produkte.bgetem.de

Erhalten Sie aktuelle Informationen direkt in Ihre Mailbox

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an, um über die aktuellsten Themen informiert zu werden und immer auf dem neuesten Stand zu sein.